Neuregelungen der StVO bleiben weitgehend in Kraft

06.08.2020

Trotz der aktuellen Unsicherheiten über Fahrverbote und Bußgelder bei Geschwindigkeitsübertretungen und deren Aussetzen durch viele Bundesländer bleiben die meisten der neuen StVO-Regeln in Kraft. Ein wesentliches Anliegen der Neuregelung ist der Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Radfahrer.

Die wichtigsten seit dem 28.04.2020 gültigen neuen Regeln mit Bezug zum Radfahren in einem kurzen Film dargestellt.



Die neuen Regeln im Wortlaut:
  • Ein Mindestüberholabstand für Kraftfahrzeuge von 1,5 m innerorts und von 2 m außerorts für das Überholen von Fußgängern, Fahrrädern und Elektrokleinstfahrzeugen wird festgeschrieben.
  • Eine deutliche Erhöhung der Bußgelder für Park- und Halteverstöße, dies betrifft insbesondere:
    • Parken und Halten auf Geh- und Radwegen
    • Parken und Halten in zweiter Reihe
    • Halten auf Schutzstreifen für Radler
    Es können nun Geldbußen von bis zu 100 € fällig werden. Bei Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, einer Sachbeschädigung oder wenn das Fahrzeug länger als eine Stunde auf dem Geh- oder Radweg parkt, kann sogar ein Fahrverbot verhängt werden.
  • Wenn ein die Straße begleitender Radweg vorhanden ist, wird das Parken vor Kreuzungen und Einmündungen in einem Abstand von bis zu je 8 Metern von den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten verboten.
  • Kraftfahrzeuge über 3,5 t dürfen beim Rechtsabbiegen innerorts künftig nur Schrittgeschwindigkeit (4 bis 7, max. 11 km/h) fahren. Dadurch soll die Gefahr, Radfahrer und Fußgänger rechts neben dem Fahrzeug zu erfassen, verringert werden.
  • Auf Fahrrädern dürfen künftig auch Jugendliche und Erwachsene mitgenommen werden, wenn die Fahrräder zur Personenbeförderung gebaut und eingerichtet sind und der Fahrzeugführende mindestens 16 Jahre alt ist. Bisher galt das nur für Kinder bis 7 Jahren.
  • Radfahrende dürfen nebeneinander fahren, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird. Eine Behinderung ist nicht gegeben, wenn genug Platz zum Überholen ist.
  • Die bereits bekannte grüne Pfeil an Ampeln gilt nun auch für Radfahrer, die von einem Radfahrstreifen oder einem Radweg nach rechts abbiegen wollen.
  • Das Bußgeld für regelwidriges Radfahren auf Gehwegen wird drastisch von bisher 10 bis 25 € auf 55 bis 100 € erhöht.
Hier finden Sie eine Aufstellung neuer Verkehrszeichen, die sich auf das Fahrrad- und E-Scooter-Fahren beziehen.