Pedelec fahren

Pedelecs erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Das Pedelec unterstützt den Fahrer mit einem 250-Watt-Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Danach schaltet der Motor ab. Die viel selteneren S-Pedelecs unterstützen den Fahrer bis 45 km/h, gelten aber verkehrsrechtlich als Kleinkraftrad, d.h. es besteht Versicherungspflicht und der Fahrer braucht eine Fahrerlaubnis der Klasse AM. Für Pedelecs gelten die gleichen Rechte und Pflichten wie für normale Fahrräder, für S-Pedelecs gibt es eigene Regeln.

Häufig werden Pedelecs von Älteren oder Personen, die lange kein Fahrrad mehr gefahren sind, erworben. Oft werden die im Vergleich zum Fahrrad veränderten Fahreigenschaften – höheres Gewicht, ungewohnte Beschleunigung, höhere Endgeschwindigkeit – unterschätzt. Dies ist oft der Grund für die vergleichsweise hohen Unfallzahlen.

Die Zahl der getöteten und verletzten Pedelec-Fahrer ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen – auch weil natürlich immer mehr Menschen mit den E-Bikes unterwegs sind.

Bevor es also mit dem Pedelec losgeht sollte man sich gründlich mit der Gebrauchsanleitung beschäftigen und sich mit dem Rad und seinen Bedienelementen vertraut machen. Sattel, Lenker und die Bremsgriffe sollten so eingestellt sein, dass eine sichere und bequeme Sitzposition gewährleistet ist. Licht- und Bremsanlage müssen auf ihre Funktion und der Akku auf den Ladestand überprüft werden. Besonders wichtig ist – bei einem Fahrradgewicht von 25 bis 30 kg - der richtige Reifendruck.

Obwohl für normale Pedelecs keine Helmpflicht besteht, empfiehlt es sich dringend, einen solchen zu benutzen. Anfänger sollten das Pedelec zunächst ohne Motor-Unterstützung in einem geschützten Bereich testen und dann den E-Antrieb langsam zuschalten. Eine erste Schwierigkeit ist schon das Auf- und Absteigen. Viele Menschen sind es gewohnt sich beim Anrollen auf den Sattel zu schwingen. Wenn dann durch den Fuß auf dem Pedal bereits der Motor angetrieben wird, kann das in einem Sturz enden. Manchmal reagiert der Elektromotor mit leichter Verzögerung, dann aber plötzlich und ruckartig.

Beim Fahren selbst gilt die einfache Anfängerregel, nicht schneller mit dem Pedelec zu fahren als man es mit dem normalen Rad tun würde. Auch das Bremsen sollte geübt werden. Die Bremsen der meisten Pedelecs wirken sehr gut. Bremst man zu stark oder verteilt die Bremskräfte nicht richtig, kann es sein, dass das Vorderrad blockiert und man unfreiwillig einen gefährlichen Salto über den Lenker schlägt.

Auch der Umgang mit dem Akku fordert einiges an Beachtung. Zum Laden sollte nur das zugehörige Ladegerät genutzt werden. Das Laden sollte im Trockenen, bei den in der Betriebsanleitung angegebenen Temperaturen und nicht in der Nähe von brennbaren Materialien durchgeführt werden. Beim Laden sollte der Akku nicht längere Zeit unbeaufsichtigt sein. Er sollte weder beim Laden noch generell direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Auch unterwegs ist zu bedenken, dass starke Hitze den Akku schädigen kann. Kälte dagegen kann zu einem vorübergehenden Kapazitätsverlust führen. Daher sollte der Akku im Winter bei Nichtbenutzung stets im Warmen aufbewahrt und erst direkt vor der Fahrt ins Pedelec eingebaut werden.

Bei starker Sonneneinstrahlung sollte das Pedelec besser im Schatten geparkt oder, falls das nicht möglich ist, der Akku entfernt werden. Wenn Sie Ihr Pedelec länger nicht nutzen, sollten Sie Ihren Akku bei etwa 60 Prozent seiner Kapazität kühl lagern – zwischen 10 und 15 Grad Celsius. Alle drei Monate sollten Sie den Ladestand kontrollieren und eventuell aufladen.