Alkohol

Jeder elfte Unfalltote ist Opfer eines alkoholisierten Fahrers oder – viel seltener - einer alkoholisierten Fahrerin. Alkohol beeinträchtigt auch in geringen Mengen Konzentration, Leistungsfähigkeit und Reaktionsvermögen.

Die erste Promillegrenze in Deutschland wurde 1953 bei 1,5 ‰ festgelegt – heute unvorstellbar. Wurden 1977 noch 3793 Personen bei Alkoholunfällen getötet, waren es 2017 noch 231. Dazu kommen noch ca. 4.500 Schwer- und über 12.000 Leichtverletzte. Auch wenn die Statistik über die vergangen Jahre eine günstige Entwicklung zeigt, sind das noch immer viel zu hohe und vor allem vermeidbare Opferzahlen.

3 Gesichtspunkte sind zur Vermeidung von Alkoholunfällen besonders wichtig:

  1. Gerade junge Fahrer verkennen oft die Gefahren des alkoholisierten Fahrens. Oft spielt die Beeinflussung durch Andere eine große Rolle: Man hat sich als Fahrer der Gruppe verpflichtet und will keinen Rückzieher machen, obwohl man entgegen der ursprünglichen Planung doch etwas getrunken hat. Oder man lässt sich von anderen zum Trinken verleiten, obwohl man sich fest vorgenommen hat, nichts zu trinken. Oder man überschätzt einfach seine Fahrtüchtigkeit und verkündet großspurig, dass man die paar Kilometer schon noch schaffen werde. Hier ist die Verantwortung von allen gefragt - von Fahrern aber auch Mitfahrern. Darum gelten die einfachen Regeln "Wer fährt trinkt nicht" und "Ich fahre nur bei nüchternen Fahrern mit". Oft gibt es Alternativen: Abholen lassen oder Nachtbuslinien nutzen. Das muss man aber schon vorher planen, nicht erst in der kritischen Situation.

  2. Zwischen dem eigenen Gefühl für die Fahrtüchtigkeit und der tatsächlichen Alkoholisierung, die bei einer Blutprobe festgestellt wird, klafft oft eine erhebliche Lücke. Gerade regelmäßige Alkoholkonsumenten fühlen sich oft noch fahrtüchtig, wenn Sie es objektiv schon längst nicht mehr sind. Alkohol hat auch den Effekt, dass er die Selbstüberschätzung fördert. Oft gilt der fatale Zusammenhang: "Je betrunkener, umso überzeugter, dass man noch fahren kann". Oder wie es ein Alkoholfahrer einmal schön formuliert hat: "Nüchtern wäre ich niemals so besoffen gefahren.".

  3. Restalkohol: Wer sich mit hoher Alkoholisierung schlafen legt, ist morgens oft noch mit unzulässiger Blutalkoholkonzentration (BAK) unterwegs. Der Körper baut nur etwas mehr als 0,1 ‰ pro Stunde ab. D.h. wer z.B. mit 1,5 ‰ um 1:00 Uhr nachts zu trinken aufhört, fährt morgens um 7:00 Uhr immer noch mit 0,8 ‰ zur Arbeit – vielleicht mit schwerem Kopf aber gefühlt ausgenüchtert. Ein fataler Irrtum. Darum gilt die einfache Regel: Wer fährt trinkt nicht. Wer trinkt fährt nicht.